Enaiatollah ist zehn Jahre alt – oder vielleicht auch elf –, als seine Mutter entscheidet, dass er seine Heimat in Afghanistan verlassen muss. Lieber flieht er und sei es ins Nirgendwo, als sich von Gottesfanatikern zum Tode verdammen zu lassen. Fünf Jahre verbringt er auf dem Meer und auf Landstrassen, verborgen in Lastwägen oder Zügen, im Bauch von stinkenden Schiffen oder an Bord schwankender Boote. Allein oder manchmal in verletzlichen Kinderbanden durchquert er Pakistan, Iran, die Türkei und Griechenland, bis er seinen erhofften Zufluchtsort Italien erreicht. Die ungewöhnliche Geschichte eines Kindes, das Armut und Krieg, aber auch die unglaubliche Schönheit der Welt entdeckt. Ein kindlich-naiver Blick in einer poetischen Sprache, die die Sehnsucht nach Weite und die Hoffnung auf ein besseres Leben erklingen lässt.